Kunstpalast

Umbau und Sanierung des Düsseldorfer Kunstpalastes

Drei Jahre dauerte die Sanierung des Düsseldorfer Kunstpalastes. Für den Komplettausbau war die Ruben Peter Ausbau GmbH verantwortlich, zu deren Herausforderungen der Bau bis zu 6 m hoher Vorhangschalen, Installationswände mit hoher Lastenanforderung sowie die Bekleidung des Sheddaches zählten.

Der rundum erneuerte Kunstpalast ist eine Bereicherung für die Kunstmetropole Düsseldorf und weit darüber hinaus. Der dreiflügelige Gebäudekomplex hat eine Grundfläche von rund 10 000 m² und umfasst einen Sammlungsflügel und einen Ausstellungsflügel. Bei laufendem Ausstellungsbetrieb wurde der 5000 m² umfassende Sammlungsrundgang komplett neugestaltet und auch inhaltlich neu konzipiert. Von den im Besitz des Kunstpalastes befindlichen rund 130 000 Werken werden heute etwa 800 gezeigt. Der Rundgang führt durch 49 Räume und über zwei Ebenen, die über eine skulptural anmutende Wendeltreppe miteinander verbunden sind. Dank der Öffnung zahlreicher, früher verschlossener Fenster sind die Ausstellungsräume in helles, freundliches Licht getaucht. Seit dem Umbau bietet der Kunstpalast seinen Besucherinnen und Besuchern darüber hinaus eine Gastronomie mit rund 140 Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich.

Vielzahl statischer Berechnungen

Das Team der Ruben Peter Ausbau GmbH musste mehrere Aufgaben meistern: Wand- und Deckenbekleidungen mussten in vielen unterschiedlichen Ausführungen umgesetzt werden, wobei höchste Anforderungen an Ebenflächigkeit und Oberflächenqualität bestanden. Darüber hinaus waren die Spezialisten verantwortlich für Produktion, Lieferung und Einbau der hochwertigen, überbreiten, überhohen und überschweren Innentüren, die nach neuen Konzepten speziell für den Museumsbau hergestellt worden waren. „Für den Komplettausbau des Kunstpalastes waren zahlreiche Einzelfalllösungen erforderlich“, erklärt Geschäftsführer Ruben Peter. „Damit verbunden war eine große Zahl umfangreicher Werkstatt- und Montagepläne sowie eine Vielzahl statischer Berechnungen.“ Ein Hauptgrund dafür sei das komplexe Zusammenwirken von Innentüren, Bauelementen, Decken und Wänden gewesen.  

Komplexes Zusammenspiel von Türen und Wänden

Besonders anspruchsvoll sei etwa das Zusammenspiel von Türen und Wänden in den Ausstellungsbereichen gewesen. „Die großen und schweren Türen müssen vielfältige Anforderungen an architektonische Gestaltung, Sicherheit, Brand-, Schall- und Einbruchschutz erfüllen und waren im perfekten Zusammenspiel mit den Wandkonstruktionen zu planen und auszuführen. Andererseits mussten die Wände beziehungsweise Vorsatzschalen exakt auf die Türen abgestimmt werden. Hier kamen also zwei Gewerke zusammen, die beide in unsere Hand gelegt wurden. Das Resultat waren eine reibungslose Ausführung und perfekte Ergebnisse“, sagt Ruben Peter.

Hohe Vorsatzschalen mit großer Tragfähigkeit

Zu den größten Herausforderungen gehörte der nach statischen Vorgaben auszuführende Bau der zahlreichen Ausstellungswände mit schmalen, bis zu 6 m hohen, tragfähigen Vorsatzschalen. Hinzu kam die Errichtung von Installationswänden mit besonders hoher Lastenanforderung. Die Wände sollten später Einbauteile wie Feuerlöscher oder Piktogramme aufnehmen können und darüber hinaus in Teilen begehbar sein.

„Für die Ausstellungsräume war es der Wunsch des Bauherrn, dass die Kunstwerke völlig unabhängig von ihrem Gewicht an jeder beliebigen Wand angebracht werden können. Angesichts wechselnder Ausstellungen und Exponate sollte also jede Wand den unterschiedlichsten Belastungen standhalten können, weshalb eine Tragfähigkeit von 1 kN/m gewährleistet sein musste“, erläutert Ruben Peter.

Befestigung schwerer Lasten ohne Dübel

Um die geforderte Tragfähigkeit der Ausstellungs- und Installationswände sicher zu erreichen, kam die massive Trockenbauplatte „Rigips Habito“ einschließlich einer speziell darauf abgestimmten Unterkonstruktion zum Einsatz. An den robusten Platten können selbst schwere Lasten allein mit handelsüblichen Schrauben und Schraubendreher befestigt werden, Dübel und Bohrmaschine sind nicht erforderlich. „Rigips Habito“ weist eine Zugfestigkeit von bis zu 30 kg bei einlagiger Beplankung und eine Zugfestigkeit von 60 kg bei zweilagiger Beplankung pro Schraube auf. „Im Kunstpalast haben wir mit einer zweilagigen Beplankung die Anforderungen in puncto Lastenbefestigung mehr als erfüllt“, so Ruben Peter.

Mechanisch widerstandsfähig und robust

Darüber hinaus weist „Rigips Habito“ Stärken auf, die vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Schulen, Kindergärten oder Theatern von großem Wert sind: Die mehrfach ausgezeichnete Trockenbaulösung bringt eine besonders hohe Oberflächenhärte von 38 N/mm2 (Brinellhärte) mit und ist damit äußerst widerstandsfähig. Stark beanspruchte Wände sind so zuverlässig vor Kratzern und Oberflächenschäden geschützt. Besonders vorteilhaft wirken sich auch die hervorragenden Schallschutzeigenschaften aus. Die Platte bietet bei deutlich schlankeren Wänden einen erheblich besseren Schallschutz als die Standardkonstruktionen.

Verstecktes Lüftungssystem

Weil ein sichtbares Lüftungssystem, etwa über das bestehende Sheddach, nicht in Frage kam, bauten die Ausbauprofis hinter den Vorsatzschalen versteckte Belüftungssysteme ein. Die Belüftung und Klimatisierung der Räume erfolgt über eine Vielzahl etwa
10 mm schmaler Schattenfugen zwischen Wand und Decke beziehungsweise Wand und Boden.

Besonders hohe Ansprüche an die handwerkliche Ausführungsqualität stellte die Bekleidung des beheizten Sheddaches in Verbindung mit der auszuführenden Decke aus einem Glasgranulat-Akustiksystem. Da die Deckensymmetrie durch hochwertige Einbaukomponenten, wie zum Beispiel Lüftungsfugen, stark beeinflusst und strukturiert wird, musste jede Deckenplatte individuell als Einzelstück ausgeführt werden. Die besonders kleinteilige Ausführung gestaltete sich anspruchsvoll und war mit hohem Aufwand verbunden.

Perfekte Oberflächen für die Kunst

Höchster Wert wurde auch auf die Oberflächenqualität der Wände gelegt. „Die Kunstwerke sollten vor einer glatten, ebenmäßigen Wand hängen, damit der Betrachter nicht durch Unregelmäßigkeiten des Hintergrundes abgelenkt wird. Deshalb musste die Ausführung den höchsten Anforderungen an Ebenflächigkeit und Oberflächenqualität entsprechen. Mit der feinen Spritzspachtelmasse ,Rigips ProMix Airless‘ haben wir mühelos die Qualitätsstufe Q4 erreicht“, erzählt Ruben Peter. Um die großen Wandflächen möglichst rationell zu bearbeiten und eine hohe Oberflächenleistung zu erbringen, haben die Ausbauspezialisten die gebrauchsfertige Spritzspachtelmasse mit dem besonders hohen Weißegrad maschinell aufgetragen.

Leistungsstarker Brandschutz

Für einen perfekten Brandschutz bei der Bekleidung etwa der Stahlkonstruktionen, Lüftungskanäle oder Elektroleitungen im historischen Gebäude sorgt die leistungsstarke Feuerschutzplatte „Rigips Glasroc F (Ridurit)“. Die vliesarmierte Gipsplatte bleibt auch nach langer Brandeinwirkung formstabil und rissfrei und bildet damit die sichere Grundlage für äußerst leistungsfähige Brandschutzkonstruktionen.

Fazit

„Mit den Ausbauarbeiten waren wir insgesamt rund zwei Jahre beschäftigt“, erinnert sich Ruben Peter. „Über die gesamte Bauzeit haben wir eine hervorragende und enge Zusammenarbeit mit den Rigips Technikern und Fachberatern erlebt. Die vielfältigen Sonderlösungen haben wir Schritt für Schritt partnerschaftlich entwickelt.“

Für ihre außerordentliche Leistung wurden die Ausbauprofis rund um Ruben Peter gleich doppelt belohnt: Neben dem ersten Platz bei der deutschen Rigips Trophy 2024|2025 in der Kategorie „Kultur Bildung Freizeit“ eroberte die Ruben Peter Ausbau GmbH mit dem Kunstpalast Düsseldorf einen herausragenden zweiten Platz bei der 14. Saint-Gobain Gypsum International Trophy 2025 in der Kategorie „Culture, Education & Leisure“.

 

Autoren

Udo Struensee und Michael Witkowski sind Gebietsleiter bei der Saint-Gobain Rigips GmbH in Düsseldorf.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr

Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf,
www.kunstpalast.de

Architekten

Sieber Architekten, Düsseldorf,
www.sieberarchitekten.de

Bauleitung

wp2architekten Weber + Pett PartG mbB,
Düsseldorf, www.wp2architekten.de

Trockenbauarbeiten

Ruben Peter Ausbau, Floh-Seligenthal,
(Niederlassung NRW), www.ruben-peter.de

Fachberatung

Udo Struensee und Michael Witkowski,
Saint-Gobain Rigips, Düsseldorf

Trockenbausysteme

Saint-Gobain Rigips, Düsseldorf, www.rigips.de

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