Wärme bewahren
Historische Molkerei in Zwochau wird dank umfassender Dämmung zum energieeffizienten MehrfamilienhausIn Zwochau ist aus einer ehemaligen Molkerei von 1895 ein energieeffizientes Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten geworden. Dabei spielte auch die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke mit der nichtbrennbaren Deckendämmplatte „Ursa Tectonic UPh/Vv“ eine wichtige Rolle.
Das zweigeschossige Gebäude in Zwochau im Landkreis Nordsachsen wurde 1895 als Molkereigebäude errichtet und später zu Wohnzwecken umgenutzt. Seit 2017 erfolgte die Sanierung in mehreren Schritten, mit dem Ziel, den Energieverbrauch deutlich zu senken und den Wohnkomfort an heutige Anforderungen anzupassen. Die Arbeiten umfassten die Dämmung von Dach und Fassade, den Austausch von Fenstern und Außentüren, den Einbau einer Fußbodenheizung in Verbindung mit einer Wärmepumpe sowie die Installation einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung. Parallel zu diesen Arbeiten wurde die Kellerdecke in Teilbereichen gedämmt, um Wärmeverluste über den unbeheizten Keller zu reduzieren und die Behaglichkeit in den Erdgeschosswohnungen zu steigern.
Ausgangssituation im Untergeschoss
Typisch für ein Bestandsgebäude aus dem 19. Jahrhundert präsentierte sich der Keller als klassischer Altbaukeller mit massiver Decke und offen geführten Rohrleitungen. Eine Wärmedämmung war bislang nicht vorhanden. Entsprechend hoch waren die Wärmeverluste aus den beheizten Räumen darüber.
Die Ziele der Kellerdeckendämmung waren klar definiert. Zum einen sollte der Heizbedarf sinken und damit der Energieverbrauch für die Beheizung der Erdgeschosswohnungen reduziert werden. Zum anderen sollte ein Auskühlen der Kellerdecke vermieden und der Wohnkomfort – unter anderem durch die Reduktion der Fußkälte – in den darüberliegenden Räumen verbessert werden. All dies galt es, mit möglichst geringen Investitions- und Installationskosten zu erreichen.
Deckendämmplatte aus Mineralwolle
Für die Dämmung der Kellerdecke entschied sich der Bauherr für die Deckendämmplatte „Ursa Tectonic UPh/Vv“ mit einer Dicke von 120 mm. In einem ersten Schritt wurden rund 25 m2 Kellerdecke in den relevanten Bereichen des Untergeschosses gedämmt. Ausschlaggebend für die Materialwahl waren die guten wärmetechnischen Kennwerte der Mineralwolledämmplatte mit ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit von λD=0,035 W/mK, die nichtbrennbare Einstufung in Euroklasse A1 als Beitrag zum vorbeugenden baulichen Brandschutz sowie die schalldämmenden Eigenschaften. Hinzu kam die einfache Verarbeitung: Die Platten lassen sich gut schneiden und an die vorhandenen Installationen anpassen, was insbesondere im Bereich der sichtbaren Rohrleitungen von Vorteil war. Zusätzlich erleichtert das geringe Gewicht der Platten das Anbringen an der Decke. Nicht zuletzt spielte die Wirtschaftlichkeit für dieses Objekt eine zentrale Rolle, da die Umsetzung mit überschaubarem Material- und Werkzeugeinsatz in Eigenleistung erfolgen sollte, um die Investitionskosten gering zu halten.
Untergrundvorbereitung und Klebemontage
Die Arbeiten an der Kellerdecke wurden anhand der einfach gehaltenen Verarbeitungsanweisung durchgeführt. Zunächst wurden lose Farbreste und nicht haftende Schichten von der Kellerdecke entfernt, um einen sauberen, tragfähigen Untergrund herzustellen. Auf die vorbereitete Deckenoberfläche wurde anschließend ein geeigneter Haftgrund aufgebracht, der die Haftung zwischen Untergrund und dem Klebemörtel verbessert.
Im nächsten Schritt wurden die Platten mit einem Dämmstoffmesser – wo erforderlich – passgenau zugeschnitten. Aussparungen für die sichtbaren Rohrleitungen konnten direkt aus den Platten herausgeschnitten werden. Hier erleichterte die gute Schneidbarkeit des Materials auch die Anpassung an die unregelmäßige Geometrie der Kellerdecke deutlich.
Die eigentliche Montage erfolgte im Verband. Der Klebemörtel wurde mit einer 10-mm-Zahnkelle auf der Rückseite der Dämmplatte aufgebracht und diese anschließend an der Kellerdecke angesetzt und gleichmäßig angedrückt. Die Platten wurden dicht gestoßen verlegt, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Die vorhandene Raumhöhe im Keller blieb trotz der 120 mm dicken Dämmschicht ausreichend. Die vollständige Ausführung der Kellerdeckendämmung in den vorgesehenen Teilbereichen nahm rund einen halben Arbeitstag in Anspruch.
Ergänzende Dämmarbeiten an der Gebäudehülle
Bereits in einem früheren Sanierungsabschnitt war die oberste Geschossdecke des Gebäudes gedämmt worden. Zum Einsatz kam hier der Spannfilz „Ursa Geo SF 32“ auf einer Fläche von rund 150 m2. In Kombination mit der Fassadendämmung sowie der nun ergänzten Kellerdeckendämmung ergibt sich eine durchgängig verbesserte thermische Hülle vom Keller bis zum Dach.
Die abgestimmte Kombination aus Dachdämmung, Fassadendämmung und Kellerdeckendämmung reduziert Wärmeverluste und damit den Heizenergiebedarf deutlich. Dadurch schafft sie die Voraussetzung für einen energieeffizienten Betrieb der Wärmepumpe.
Verarbeitungserfahrungen und erste Effekte
Die Arbeiten wurden vom Objektbetreuer vor Ort ausgeführt. Dieser bewertet die Verarbeitung der Deckendämmplatten insgesamt sehr positiv. Sie lassen sich gut an die Kellerdecke anpassen und leicht verkleben, das Material zeigt ein sauberes Schneidverhalten. Kleberauftrag und Montage sind von einer Person zu bewältigen.
Neben den energetischen Effekten zeigt sich nach der Ausführung vor allem eine Verbesserung des Wohnkomforts durch weniger Fußkälte in den Räumen des Erdgeschosses. Die Dämmung der Kellerdecke im Verbund mit den übrigen energetischen Sanierungsschritten leistet einen wichtigen Beitrag zur Effizienz des Gesamtsystems. Durch die Reduzierung der Wärmeverluste über den Keller sinken Heizlast und Energiebedarf.
Die Ausführung mit der Deckendämmplatte „Ursa Tectonic UPh/Vv“ ist eine wirtschaftliche Lösung, die sich aufgrund der einfachen Verarbeitung für die Umsetzung durch einzelne Personen eignet. In Verbindung mit der bereits realisierten Dämmung der obersten Geschossdecke und der modernisierten Haustechnik zeigt das Projekt exemplarisch, wie sich ein Bestandsgebäude schrittweise zu einem energieeffizienten Mehrfamilienhaus weiterentwickeln lässt.
Autor
Timo Leich ist Marketing Communication Manager Deutschland bei der Ursa Deutschland GmbH in Delitzsch.
