WDVS gestalten, Teil 13: Schalbetonoptik
Im dreizehnten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden stellen wir die Schalbeton-Technik von Brillux vor. Die Kombination aus modelliertem Mineral-Leichtputz, Silikatfarbe und transparenter Lasur schafft eine realistische sägeraue Brettschaloptik – ideal geeignet für Akzentflächen.
Eine Wirkung wie eine Ansammlung sägerauer Schalbetonflächen: Mit der Verarbeitungstechnik von Brillux erstellen Betriebe authentische Betonflächen – ideal, um Teilflächen einer Fassade besonders hervorzuheben
Foto: Brillux
Die Gestaltungstechnik Schalbeton eignet sich optimal für mineralisch armierte WDVS-Flächen in den Brillux-Systemen. Sie erzeugt eine profilierte Brettschalstruktur, die an traditionelle sägeraue Schalbetonoberflächen erinnert. Die fertigen Flächen erhalten durch die Lasurveredelung eine markante Tiefenwirkung mit matter Optik, die große Fassadenflächen belebt und architektonische Akzente setzt.
In vier Schritten zur Schalbetonoptik
Der Aufbau erfolgt ausschließlich mit mineralischen Systemkomponenten, der „Mineral-Leichtputz G 3679“ für Spachtel- und Modellierarbeiten bildet die Basis. Nach einer Grundierung mit „Fondosil 1903“ und dem Zwischenanstrich mit „Extrasil 1911“ rundet „Creativ Versico 82“ als Lasur die zweischichtige Struktur ab. Zur Ausführung großer Flächen arbeiten Handwerkerinnen und Handwerker im Team und legen im Vorfeld Musterflächen an, um ein homogenes Gesamtbild zu gewährleisten.
Schritt 1 – Grundspachtelung: Der Untergrund muss eben, fest, trocken, sauber und tragfähig sein. Auf mineralischen Armierungen im WDV-System von Brillux entfällt die Putzgrundierung.
Bei der Grundspachtelung zieht der Handwerker den „Mineral-Leichtputz G 3679“ mit der Zahnkelle auf und glättet die Schicht anschließend
Foto: Brillux
Die Handwerker tragen den „Mineral-Leichtputz G 3679“ mit dem Edelstahlglätter oder dem Schneckenfördergerät auf, kämmen den Oberputz mit der „Zahnkelle 3768“ durch und glätten ihn sorgfältig. Bei Bedarf filzen sie die Oberfläche nach und entfernen nach der Trocknung mögliche Grate.
Schritt 2 – Spachtelauftrag und Modellieren: Auch beim zweiten Spachtelauftrag tragen die Handwerkerinnen und Handwerker den „Mineral-Leichtputz G 3679“ auf und kämmen ihn mit der „Zahnkelle 3768“ im gewählten Verlauf durch. Der Richtungsverlauf der Zahnkellenstruktur gibt bereits die Ausrichtung der späteren Brettschalstruktur vor.
Erst die zweite Putzschicht aufziehen und dabei die Strukturrichtung bereits vorgeben, dann erfolgt die Modellierung: Der Handwerker modelliert die Teilflächen mit dem „Maserboy 1186“
Foto: Brillux
Das Modellieren erfolgt im nassen Zustand des Putzes. Um die Brettstruktur auszubilden, bearbeiten die Handwerkerinnen und Handwerker die Flächen direkt mit dem „Maserboy 1186“ in der gleichen Richtung der Zahnstruktur: Aufsetzen in Zahnrichtung, gradlinig führen, am Streckenende abnehmen, reinigen und mit gedrehter Seite neu ansetzen. So entstehen parallel und konturgenau nebeneinander die einzelnen „Brettschalstrukturen“. Die Teilbereiche sollten nicht nachbearbeitet werden, um bewusst die rustikale Struktur zu erhalten. Grate sind nach der Trocknung bei Bedarf zu entfernen.
Schritt 3 – Grundierung und Zwischenanstrich: Nach der Trocknung grundieren die Handwerker mit „Fondosil 1903“ mit der „Streichbürste oval 1175“. Sie führen den Zwischenanstrich mit „Extrasil 1911“ im grauen Scala-Farbton 12.03.09 mithilfe der „Polyamid-Farbwalze 1314“ voll sättigend aus und verschlichten bei Bedarf mit der „Flächen-Streichbürste 1210“.
Mit dem Lasurauftrag entsteht eine besondere Tiefenwirkung auf den Teilflächen. Die Gestaltung bietet sich in unterschiedlichen Grautönen an
Foto: Brillux
Schritt 4 – Lasurauftrag: Die Handwerker tragen „Creativ Versico 82“ mit der „Polyamid-Farbwalze 1314“ unsystematisch auf und verschlichten die Lasur mit der „Flächen-Streichbürste 1210“ in Strukturrichtung. Optional rakeln sie die Oberfläche mit dem „Gummi-Reibebrett 3766“ ab, um die Tiefenwirkung zusätzlich zu betonen.
Wichtiger Hinweis für die Farbgebung
Relevant für den Lasurauftrag ist die Tönung von Leichtputz und Lasur. Zur möglichst authentischen Gestaltung der Betonoptik muss der Lasurfarbton auf den deckenden Zwischenanstrich abgestimmt sein. Zur Ausführung einer Fassadentechnik in Betonoptik sollten aufeinander abgestimmte Farbkombinationen in natürlichen Graufarbtönen aus der Brillux-Scala eingesetzt werden. Entsprechend der Lasurtönung in Kiesel-, Sand- oder Zementgrau muss auch der Putz getönt werden.
Autor
Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.
