WDVS gestalten, Teil 15: Iron
Im fünfzehnten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden stellen wir die Technik Iron von Brillux vor. Mit mineralischem Leichtputz, Silikat-Fassadenfarbe und „Creativ Versico 82“ lässt sich die Optik von korrodiertem Stahl in Anlehnung an Cortenstahl an die gedämmte Fassade bringen.
Wandflächen mit metallischer Anmutung liegen im Trend – vor allem dann, wenn sie nicht glänzen oder technisch wirken, sondern eine natürliche Patina ausstrahlen. Genau hier setzt die Fassadentechnik Iron von Brillux an. Sie bildet die Optik von gleichmäßig gealtertem Stahl in Anlehnung an Cortenstahl nach. Das Ergebnis ist eine homogene, rostähnliche Oberfläche mit lebendiger Struktur. Die Technik eignet sich vor allem für mineralisch armierte Flächen in den Brillux-WDV-Systemen und für geschlossene Teilflächen wie Wandspiegel, Schmuckflächen oder Fassadenbänder.
In sechs Schritten zur Iron-Oberfläche
Der „Mineral-Leichtputz G 3679“ bildet die strukturelle Basis und veredelt die Flächen mit der lasierenden Dispersionssilikatfarbe „Creativ Versico 82“. Bei Bedarf lassen sich die Flächen zusätzlich in einzelne Elemente gliedern, um den Eindruck von Stahltafeln zu verstärken.
Schritt 1 – Untergrundvorbereitung und Grundspachtelung: Ist der WDVS-Systemaufbau komplett mineralisch ausgeführt, kann eine Grundierung der Armierungsschicht entfallen. Es folgt direkt die Grund-
spachtelung mit dem „Mineral-Leichtputz G 3679“. Nach dem Auftragen des Putzes kämmen die Handwerkerinnen und Handwerker ihn mit der „Zahnkelle 3768“ durch und glätten die Fläche sorgfältig. Grate müssen nach der Trocknung vorsichtig entfernt werden.
Schritt 2 – Spachtelauftrag / optional Flächeneinteilung: Beim Spachtelauftrag kommt erneut der Mineral-Leichtputz zum Einsatz, getönt im Scala-Farbton 21.15.18. Das aufgezogene Material wird mit der Zahnkelle in eine Richtung durchgekämmt und anschließend geglättet. Optional können in diesem Arbeitsschritt auch Fugen ausgebildet werden, um die Fassade in Teilflächen in Anlehnung an Stahltafeln zu gliedern. Dieser zusätzliche Schritt ist optional. Zur sauberen Begrenzung, zum Beispiel zu anderen Putzflächen, empfiehlt sich die Verarbeitung des „WDVS Putzabschlussprofils 3687“.
Schritt 3 – Modellieren und Strukturieren: Der nächste Schritt baut direkt auf den Spachtelauftrag auf. Die noch nasse Putzschicht modellieren Handwerker mit der „Spachtel-Auftragwalze 1125“, indem sie diese mit Druck in kurzen, kreuz- und querverlaufenden Zügen über die Fläche führen. Wichtig dabei ist, die Walze nach jeder Strukturierungsstrecke abzunehmen und neu aufzusetzen. So entsteht eine feine, unregelmäßige Oberflächenstruktur. Um glatte Bereiche auf der gesamten Fläche zu erzielen, kann die Fläche direkt mit der Venezianischen Glättekelle, „Supergrip 1764“ unter leichtem Druck nachgeglättet werden.
Bei der optionalen Ausführung von Teilflächen deckt man diese mit der „PE-LD Abdeckfolie 1591“ ab und drückt sie mit der „Flächenstreich-Bürste 1210“ an. Die Trennfugen werden dafür mit dem „Tapeten-Andrückspachtel 1778“ in die frische Schicht eingeprägt. Nach etwa 30 Minuten kann die Folie vorsichtig abgezogen werden, wenn die Fläche ausreichend stabil, aber noch leicht feucht ist.
Schritt 4 – Grundierung: Nach ausreichender Trocknung folgt die Grundierung mit „Fondosil 1903“, aufgetragen mit der „Streichbürste, oval 1175“ und optional mit der „Flächen-Streichbürste 1210“ verschlichtet.
Schritt 5 – Zwischenanstrich: Der Zwischenanstrich erfolgt zweifach mit „Extrasil 1911“ im Scala-Farbton 21.15.18. Das betont abermals die rostrote Optik. Für eine gleichmäßige Ausführung empfiehlt sich die „Polyamid-Farbwalze 1314“. Optional kann die Silikat-Fassadenfarbe in Protect-Qualität ausgestattet sein, um die Fassade lang anhaltend vor dem Risiko eines Algen- und Pilzbefalls zu schützen.
Schritt 6 – Lasurauftrag: Dieser erfolgt mit der lasierenden Dispersionssilikatfarbe „Creativ Versico 82“ im Farbton 21.CL.13, einem rostigen Braunton. Die Lasur wird mit der „Polyamid-Farbwalze 1314“ kreuz und quer aufgetragen und verschlichtet. So entsteht eine wolkige und leicht überlappende Ausführung. Für ein besonders gleichmäßiges Ergebnis kann der noch feuchte Lasuranstrich bahnenweise mit der „Abdeckplane Profi PE-LD 1531“ geschützt und mit der „Flächen-Streichbürste 1210“ angedrückt werden. Nach dem Anziehen wird die Folie vorsichtig abgezogen. Anschließend kann der noch teilweise feuchte Lasuranstrich mit der Kante der „Effektglättekelle 1155“ horizontal und vertikal mit geringem Druck nachgearbeitet werden. So entsteht die typische, gleichmäßig matte Rostoptik. Ein zweiter Lasurauftrag ist optional. Dadurch entsteht eine dunklere und gleichmäßigere Rostoberfläche.
Empfehlung
Für eine realistische Wirkung der Fassadentechnik Iron sollten die Arbeitsschritte über die Gesamtfläche hinweg konsequent in derselben zeitlichen Abfolge ausgeführt werden. Die Flächengestaltung lebt von einem unregelmäßigen, aber kontrollierten Erscheinungsbild. Besonders überzeugend wirkt die Technik auf begrenzten Teilflächen, wenn Fugen, Kanten und Übergänge im Vorfeld gestalterisch mitgedacht werden.
Autor
Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.
