12. Rigips Trophy 2019 I 2020 verliehen

Insgesamt acht Trockenbauunternehmen konnten sich Anfang Februar auf der Preisverleihung der 12. Rigips Trophy 2019 I 2020 in der AXICA in Berlin über eine Auszeichnung freuen. Gekürt wurden sechs Gewinner in den Kategorien Trockenbau, Wohnbau, Akustiksysteme, Brandschutz und zwei Sonderpreise.

Über die goldene Trophäe für den ersten Platz in der Wettbewerbskategorie Trockenbau konnten sich am Abend der Preisverleihung die Mitarbeiter der A.S.T. Sommer GmbH freuen. Sie erhielten die Auszeichnung für den Ausbau des 2019 eröffneten Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg. Im Zuge des Innenausbaus stellten unter anderem Raumhöhen von bis zu 17 m die Trockenbauprofis vor komplexe Herausforderungen. Zu den architektonischen Highlights zählt eine von A.S.T. Sommer konzipierte freistehende Trockenbauwand mit einer einseitig vertikal geneigten Wandfläche. An ihr wird der rund 600 kg schwere, historische Landtagsteppich präsentiert.

Der Sartorius Campus in Göttingen bietet auf einer Gesamtfläche von rund 170 000 m2 ein gleichermaßen kreativitäts- wie kommunikationsförderndes Bürokonzept. Mitte 2019 erhielt das Gelände mit dem so genannten „Gebäude 20“ einen neuen Mittelpunkt. Mit dem hochwertigen Ausbau dieses Forums sicherte sich das Trockenbauteam der Okel GmbH & Co. KG aus Diemelstadt den Gewinn der silbernen Trophäe für den zweiten Platz in der Kategorie Trockenbau. Herzstück des viergeschossigen Komplexes ist das glasüberdachte Atrium. Auch hier galt es neben hohen optischen Anforderungen insbesondere brandschutz- und schallschutztechnische „Hürden“ zu nehmen.

Direkt an der Mosel gelegen öffnete vor Kurzem das neue Hotel Fährhaus in Koblenz seine Tore. Für den Ausbau des 5-Sterne-Hotels unter besonderer Berücksichtigung des Feuchte- und Korrosionsschutzes wurde die G+K Trockenbau GmbH mit dem dritten Platz in der Kategorie Trockenbau ausgezeichnet. Bedingt durch das überflutbar Erdgeschoss wurde nahezu die komplette TGA in das darüber liegende Obergeschoss „ausgelagert“. Dadurch wuchs die Installationsdichte in den Decken- und Wandhohlräumen, was sowohl Abstimmungen mit den Planern als auch die Entwicklung praktikabler Sonderlösungen erforderte. 

Sieger in der Kategorie Wohnbau 

2006 zerstörte ein verheerendes Feuer den 1730 erbauten „Dorfkrug“ in Hanstedt. Erste Wiederaufbauarbeiten kamen in den Folgejahren zum Erliegen. Erst ein neuer Eigentümer fasste sich ein Herz und investierte in den vollständigen Wiederaufbau des als größtes Fachwerkhaus Norddeutschlands geltenden Gebäudes. Zur Wiederherstellung des ursprünglichen Charakters wurde in der gesamten Region nach Holzbalken aus der Erbauungszeit „gefahndet“. Insgesamt entstanden im neuen Dorfkrug 22 hochwertige Wohnungen sowie ein modernes Ladenlokal. Die für den Innenausbau verantwortlichen Mitarbeiter der Heide - Aktiv - Trockenbau GmbH & Co. KG entwickelten für dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Rigips Fachberater komplexe Trockenbaukonzepte, mit denen es gelang, historischen Fachwerkcharme mit zeitgemäßen Ausbauelementen auf besonders harmonische Art und Weise zu verbinden. 

Sieger in der Kategorie Akustiksysteme 

Den souveränen Sieg in der Kategorie Akustiksysteme sicherte sich ein Trockenbauteam der Kaefer Construction GmbH mit der Revitalisierung einer ehemaligen Industriehalle in Berlin. Die 1870 und 1890 errichtete Halle grenzt an das innerstädtische Entwicklungsgebiet „Mediaspree“. Das Revitalisierungskonzept sah die Bereitstellung von Räumen für diverse Film-, Musik- und Tonproduktionen vor. Spezielle schall- und raumakustische Konstruktionen sollten dabei die gleichzeitige Nutzung nebeneinander angeordneter „Arbeitsboxen“ ermöglichen. In enger Abstimmung mit den Rigips-Technikern und einem beteiligten Akustikbüro entwickelte das Kaefer-Team eine komplett neue Wandkonstruktion aus bis zu vier Lagen Gipsfaserplatten und eingelegten Stahlblechen.

Sieger in der Kategorie Brandschutzsysteme 

Im Rahmen einer Gebäudeaufstockung erhielt die Tabea Klinik in Hamburg 2019 neue Patienten- und Behandlungszimmer. Mit der Realisierung teils immens aufwändiger und technisch komplexer Brandschutzlösungen empfahl sich das Team von Trockenbau Schönberger als Sieger in der Kategorie Brandschutzsysteme. Viele unterschiedliche Sonderlösungen mussten entwickelt und mit den Planern und Brandschutzsachverständigen abgestimmt werden. So musste aufgrund nicht erwarteter Bauwerksbewegungen etwa eine spezielle Konstruktion für die Baudehnungsfuge zwischen Bestandsgebäude und Aufstockung gefunden werden. Viele der Detaillösungen wurden schutzzielorientiert durch Zustimmung im Einzelfall baurechtlich korrekt nachgewiesen.

Sonderpreise Holzbau und BIM  

Zum ersten Mal in der Geschichte der Rigips Trophy wurden im diesjährigen Wettbewerb zwei Sonderauszeichnungen verliehen. Für ein besonders gelungenes Beispiel eines in Holz-Modulbauweise errichteten Gebäudes, der Kindertagesstätte St. Hippolytus in Troisdorf, vergab die Jury den Sonderpreis Holzbau an die Bauunternehmung J. Brinkmann GmbH. Das Gebäude entstand in Holzständerbauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad, wodurch die Bauzeit auf insgesamt vier Monate verkürzt werden konnte. Im Inneren entstanden mit hochwertigen und durchdachten Trockenbaukonstruktionen Gruppen- und Spielräume, die von Licht durchflutet werden und dem fröhlichen Wesen einer Kindertagesstätte gerecht werden.

In Zeiten zunehmend komplexer werdender Bauvorhaben gewinnt die ganzheitliche Planung nach dem BIM-Ansatz seit Jahren an Bedeutung. Dieser Herausforderung stellen sich auch immer mehr Trockenbauunternehmen mit eigener Planungsabteilung. Von den Vorteilen des Arbeitens mit BIM profitiert hat so etwa ein neu errichtetes Verwaltungsgebäude in Mertingen. Die Planer der für den Ausbau verantwortlichen TM Ausbau GmbH setzten dabei konsequent auf die von Rigips zur Verfügung gestellten BIM-Objekte für leistungsfähige Wandsysteme. Die Jury würdigte mit dem Sonderpreis BIM die Innovationsbereitschaft von TM Ausbau, sich mit dieser schnittstellenoptimierten Planungsmethode als anerkanntes Ausbauunternehmen am Markt zu positionieren.

Autorin

Karin Melder ist Projektmanagerin für Messen, Events und Promotion bei der Saint-Gobain Rigips GmbH in Düsseldorf.

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