Das ist das Erfolgsgeheimnis der Restauro Putz GmbH Arte Antica

Hans Nonnenmacher hat aus kleinsten Anfängen eines der angesehensten Stuckateurunternehmen in München und Umgebung aufgebaut. Sein Erfolgsgeheimnis: Liebe und Leidenschaft für die alte Handwerkskunst, Effizienz bei der Akquise sowie die Fähigkeit, hervorragende Mitarbeiter zu finden und zu binden.

Der erste Eindruck von Hans Nonnenmacher: Das ist eher der gemütliche Typ. Tiefenentspannt. Eile ist für den ein Fremdwort. Dieser erste Eindruck bestätigt sich im Laufe des Tages auf gewisse Weise auch. Allerdings kommt man gleichzeitig genau zu der gegenteiligen Einschätzung: Dieser Mann ist ein Energiebündel, immer unter Strom; wenn er nicht mindestens zwei Sachen gleichzeitig macht, ist er unterfordert: Er lenkt den italienischen Kleinwagen durch dichten Münchener Verkehr, macht auf Sehenswürdigkeiten und vor allem auf  Fassaden und Objekte aufmerksam, an deren Ausführung sein Unternehmen beteiligt war, das Handy ist zwar lautlos, aber zeigt praktisch ständig an, dass ihn gerade jemand erreichen möchte, und sehr häufig nimmt er diese Gespräche auch entgegen, regelt, organisiert, vermittelt, wechselt dabei problemlos zwischen deutsch und italienisch und strahlt trotzdem weiterhin diese unerschütterliche Ruhe und Gelassenheit aus. „Abends fühle ich mich nach so einem Tag auch manchmal ganz schön ausgelaugt“, gibt Nonnenmacher später zu.

Genau am richtigen Platz

Viele Menschen arbeiten in Berufen, die nicht ihren Neigungen und Talenten entsprechen. Weil die Eltern das von ihnen erwartet haben, weil dieser Job gut bezahlt wird, weil sie nie so genau erforscht haben, was für sie selbst das Beste ist. Ein Teil des Erfolgsrezeptes von Hans Nonnenmacher und seines Unternehmens Restauro Putz GmbH Arte Antica (arte antica: alte Kunst) ist sicherlich, dass er genau das macht, was seinen Interessen und Vorlieben entspricht und dass er dafür auch noch großes Talent mitbringt. Er stammt aus einer Familie von Juristen, konnte sich aber selbst nicht für die Rechtspflege begeistern. „Ich habe mich schon als Kind und Jugendlicher fürs Bauen und für alte Häuser interessiert“, erzählt der gelernte Stuckateurmeister. Eigentlich hätte es da nahe gelegen, Architektur zu studieren, und tatsächlich hatte Nonnenmacher bereits einen Studienplatz, doch als er vor dem Studium auf dem Bau jobbte, um etwas Geld zu verdienen und praktische Erfahrungen zu sammeln, lernte er dabei einen Stuckateur und dessen Handwerk kennen und war sofort begeistert. „Unser Beruf ist unter allen Bauberufen derjenige, in dem traditionelle Handwerkstechniken immer noch eine große Bedeutung haben“. Nach wie vor gehe es darum, aus Wasser und Gips (oder einem anderen Mörtel) in Handarbeit Profile, Ornamente und andere Verzierungen herzustellen, mit denen Fassaden und Innenräume geschmückt werden.

Nach erfolgreich absolvierter Lehre und drei Gesellenjahren besuchte Hans Nonnenmacher die Meisterschule und machte sich schließlich 1994 zusammen mit einem Partner selbständig. Diese Partnerschaft wurde nach einigen Jahren aber wieder beendet, zwischenzeitlich arbeitete Hans Nonnenmacher sogar wieder kurz als Angestellter, bevor er 2008 das heute existierende Unternehmen gründete, das zunächst mit einem 12 Mann starken Team startete. Mit Luca De Vitis, der zunächst als Nachunternehmer Putz-Arbeiten für Restauro ausführte, fand Nonnenmacher einen idealen Partner.

Zwischen beiden stimmt „die Chemie“ – da Nonnenmacher mit einer Italienerin verheiratet ist und fließend italienisch spricht, gab es auch keine Verstän-
digungs­probleme – und zwar nicht nur in zwischenmenschlicher Hinsicht, sie ergänzen sich auch in Bezug auf ihre handwerklichen und unternehmerischen Fähigkeiten.

Wichtigster Erfolgsfaktor: motiviere Mitarbeiter

„Lucas Arbeit gleicht der Aufgabe eines Fußballtrainers, der aus hervorragenden Einzelspielern ein Team formen muss“, berichtet Hans Nonnenmacher, der die Einteilung der Arbeit komplett seinem Partner überlässt. Dabei gehe es nicht nur darum, die für jede Baustelle erforderlichen handwerklichen Fähigkeiten miteinander zu kombinieren, auch innerhalb der Teams müsse die Chemie stimmen. „Wenn die Stimmung auf der Baustelle passt, ist automatisch nicht nur die Qualität der Ausführung besser, die Leute schaffen auch viel mehr“, sagt Nonnenmacher. Außerdem können in gut zusammengestellten, gewerkeübergreifenden Teams Mitarbeiter voneinander lernen und so ihr Einsatzspektrum ständig erweitern.

Die Motivation der Mitarbeiter – derzeit arbeiten 55 Handwerker (Stuckateure, Putzer, Maler und Helfer) für die Restauro Putz GmbH Arte Antica sowie Techniker und Bürokräfte – ist nach seiner Ansicht einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Neben einer ordentlichen Bezahlung – da Putzarbeiten oft im Akkordlohn abgerechnet würden, sei es eine Wissenschaft für sich, einen Quadratmeterlohn so festzulegen, dass er zu Höchstleistungen anspornt und trotzdem das Unternehmen auch gut verdient – sei es wichtig, die Mitarbeiter als Menschen ernst zu nehmen. „Das sind keine Maschinen, die man heute hierhin und morgen dorthin stellen kann. Wir reden viel mit unseren Leuten und beziehen sie schon im Vorfeld mit ein, wenn demnächst eine neue Baustelle reinkommt. So können sie sich damit auseinandersetzen und vorbereiten und identifizieren sich mit ihrer Aufgabe“, sagt Nonnenmacher.

Mittlerweile hat die Restauro Putz GmbH Arte Antica als Arbeitgeber einen so guten Ruf unter Handwerkern, dass Hans Nonnenmacher trotz Fachkräftemangels keine großen Anstrengungen unternehmen muss, Mitarbeiter anzuwerben. Die meisten Mitarbeiter des Münchener Unternehmens kommen aus Italien. „Das sind exzellent ausgebildete Handwerker, die noch viele traditionelle Ausführungstechniken drauf haben, die in deutschen Betrieben kaum noch vorkommen“, zeigt sich Hans Nonnenmacher begeistert. Insofern profitiert sein Unternehmen nicht nur davon, dass es in München dank der historischen Bausubstanz ein nahezu unerschöpfliches Betätigungsfeld für Stuckateure und Putzer sowie Auftraggeber gibt (lesen Sie hierzu auch unseren Bericht über ein Gründerzeithaus in der Reichenbachstraße in München), die sich diese Handwerkskunst leisten können und wollen, sondern auch von der geografischen Nähe zu Italien.

Stuck, Putz, Farbe – aus einer Hand

Entscheident für den Erfolg der Restauro Putz GmbH Arte Antica ist der gewerkeübergreifende Ansatz des ursprünglich als reiner Stuckateurbetrieb gestarteten Unternehmens. Durch die Möglichkeit, nicht nur Stuckarbeiten, sondern auch Putz und Farbe mit anbieten zu können, fließt mit jedem Auftrag mehr Wertschöpfung in die eigene Kasse. Zweitens schlägt man damit zwei weitere Fliegen mit einer Klappe: Zum einen, so die Beobachtung von Hans Nonnenmacher, würden in zunehmenden Maße Aufträge nicht wie früher als getrennte Gewerke ausgeschrieben, sondern beispielsweise die komplette Fassade. Wenn man dann Putz- oder Malerarbeiten nicht selber ausführen könne, müsse man diese Arbeiten untervergeben und könne daran praktisch nichts verdienen. Zum zweiten habe man bei den eigenen Leuten natürlich viel mehr Einfluss auf einen optimalen Bauablauf, auf die korrekte Ausführung an den Schnittstellen der Gewerke und auf die Qualität der Ausführung insgesamt, was besonders im Hinblick auf Gewährleistung und Haftung wichtig sei.

Zudem komme dieser Ansatz bei Planern und Architekten gut an, die natürlich auch ein Interesse daran hätten, dass die Baustelle reibungslos läuft, die Qualität der Arbeit stimmt und das Projekt auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfolgreich ist. „Ein gutes Verhältnis zu den Architekten ist für uns ganz wichtig. Gerade bei anspruchsvollen Projekten müssen sich die Planer und Architekten auf unsere Erfahrung und auf unser Fachwissen verlassen können“, sagt Hans Nonnenmacher. Nicht nur den Bauherren und Auftraggebern, sondern auch den Planern falle es beispielsweise mitunter schwer sich vorzustellen, wie ein bestimmter Farbton oder die Kombination von Farbtönen auf einer großen Fläche wirke und lassen sich daher gerne von dem erfahrenen Handwerker beraten.

Fast jedes Angebot wird ein Auftrag

Umgekehrt ist der zufriedene Architekt von heute der Auftragsvermittler von morgen. So kommt Hans Nonnenmacher beim Verhältnis von abgegebenen Angeboten zu erteilten Aufträgen auf eine Quote von weit über 80 Prozent. „Viele Architekten holen uns gezielt ins Boot, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass die Baustelle nicht nur technisch funktioniert, sondern auch die Preise realistisch kalkuliert sind und nicht ständig Nachträge kommen“. Gerade am Anfang habe man zum normalen Marktpreis bessere Arbeit abgeliefert als Mitbewerber. Diese Investition zahle sich jetzt dadurch aus, dass man für die bessere Qualität auch höhere Preise erzielen könne.

Die große Erfolgsquote bei der Angebotserstellung ist aber auch eine Notwendigkeit, da Hans Nonnenmacher alle Angebote persönlich ausarbeitet und es sich zeitlich gar nicht leisten könnte, ständig umsonst zu arbeiten. Um Angebote schreiben zu können, die in nicht nur für das eigene Unternehmen profitable Aufträge münden, sondern auch Bauherren und Architekten zufriedenstellen, bedürfe es sehr großer Erfahrung und Fachwissen über die Abläufe und Zusammenhänge beim Bauen. Außerdem kann er sich darauf verlassen, dass seine Techniker die Aufträge zügig abarbeiten, so dass in der Regel alle Planungen vor dem Beginn der Bauphase abgeschlossen sind. Und natürlich schadet es nicht, wenn man die besonderen Fähigkeiten von Hans Nonnenmacher hat, der seit 2003 nicht mehr handwerklich arbeitet, sondern sich voll auf seine Aufgaben als Geschäftsführer konzentriert. Da wo andere erst in Aktenordnern oder Computerdateien nachschauen müssen, kann sich Nonnenmacher auf sein außerordentliches Gedächtnis verlassen. Denn obwohl sein Unternehmen bis zu 25 Projekte parallel bearbeitet kann er praktisch alle Nachfragen direkt beantworten. „Ich kann mir Details gut merken. Ich habe beispielsweise die Farbnummern aller Fassaden im Kopf, selbst von längst abgeschlossen Projekten“.

Zwei Wochen Betriebsferien – im August!

Bei so einem Pensum sind natürlich Pausen sehr wichtig. So stellt die Restauro Putz GmbH Arte Antica nicht nur im Winter für zwei Wochen den Betrieb ein, selbst im August gibt es zwei Wochen Betriebsferien. „Das sage ich potentiellen Auftraggebern auch schon vorher im Vergabegespräch“, betont Nonnenmacher. Die sommerliche Pause sei nicht nur für ihn, sondern vor allem für seine zahlreichen italienischen Mitarbeiter eine Notwendigkeit. Außerdem holten seine Mitarbeiter die Zeit schnell wieder auf: „Wir haben Putzer-Mannschaften, die machen pro Tag 250 Quadratmeter in bester Qualität. Woanders gilt die Hälfte dieses Pensums schon als gut. Daher habe ich keine Bedenken, uns diese Pause zu gönnen.“

Autor

Thomas Schwarzmann ist Redakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

Hans Nonnenmacher: ,,Ich lese bauhandwerk, weil die Grundlage einer erfolgreichen Entwicklung eines Unternehmens die stetige Neugier auf Entwicklungen und Innovationen ist. Mit eben dieser Neugier lesen wir die bauhandwerk."

Restauro Putz GmbH Arte Antica

Jakob-Klar-Straße 4

80796 München

Deutschland

Tel.: 08131/4542341

Fax: 08131/4542349

info@arteantica.de

www.arteantica.de

Betriebsgründung 2008 durch Stuckateurmeister Hans Nonnenmacher gemeinsam mit Luca De Vitis als Gesellschafter

Betriebsgröße 60 Mitarbeiter, darunter 55 gewerbliche Mitarbeiter (7 Stuckateure, 2 Maler, 46 Putzer) sowie 3 Bautechniker und zwei Bürokräfte. Mehr als 40 Mitarbeiter sind Italiener. Aktuell erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von gut 5 Millionen Euro pro Jahr

Arbeitsschwerpunkte Stuckarbeiten, Befunduntersuchung, Restaurierungen, Bildhauerarbeiten, Fassadendämmung, Putzarbeiten, Anstricharbeiten, Natursteinersatz

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