800 Tonnen Lehm für das Voralberg Museum in Bregenz

Die Architekten Cukrowicz Nachbaur erhielten den denkmalgeschützten Bestand des Gebäudes in Bregenz nahezu vollständig und integrierten ihn in einen modernen Neubau. Lehm ist dabei sowohl der Untergrund, der Alt- und Neubau verbindet, als auch ästhetische Oberfläche. Das Büro gewann den EU-weiten Wettbewerb, weil es konsequent nachhaltig plante, unter anderem für alle Wände 3 cm und die Decken 2,5 cm dicke Lehmschichten vorsah. Antonio Preite, Seniorchef der Preite Verputz & Trockenbau GmbH, leitete den Ausbau mit Lehm. Die Arbeiten dauerten 15 Monate. „Wir konnten bis zu acht Arbeits­gänge verkaufen. Zwei bis drei Lagen Unterputz, Feinputz, zwei Lagen Edelputz und zweimal Glätten“, berichtet Antonio Preite. Insgesamt bearbeiteten die Mitarbeiter die etwa 150 000 m² Lehmoberflächen in den unterschiedlichsten Ar­beits­gängen.  „Viele Ausführungsdetails haben wir selbst entwickelt, wie für die Tapetentüren“, erinnert sich Sandro Preite, Juniorchef und Sohn von Antonio Preite. Dafür wurden großflächige Putzträger aus Stahlblech angefertigt, so dass auch auskragende Bauteile überputzt werden konnten. Zudem wurden 1200 Deckenleuchten eingeputzt.

Pro Woche mussten mit der Putzmaschine fast 40 Tonnen Lehm-Unterputz gefördert werden. Alle Betonwände und -decken erhielten einen vergüteten Zementvorspritz als Haftgrund. Das Denkmal dämmten die altbauerfahrenen Handwerker innen mit Calciumsilikatplatten, die sie mit Wandheizungen belegten. Auf alle Untergründe folgten zwei bis drei Lagen Unterputz, 25 bis 35 mm dick, mit flächigem Glasfasergewebe.

Nachdem der Unterputz getrocknet war, zogen die Mitarbeiter der Firma Preite als Zwischenlage vor dem Edelputz den braunen Feinputz 3 mm dick auf den Unterputz auf. Die 1500 m² Lehmbauplatten in den abgehängten Decken erhielten ebenfalls zwei Lagen Feinputz mit vollflächiger Gewebeeinlage. Schließlich kamen auf alle Oberflächen zwei Lagen Lehm-Edelputz. Abschließend wurde der Lehm-Edelputz zweimal mit Japanglättkellen aus rostfreiem Edelstahl geglättet – eine Arbeit für Könner. „Das 24 m hohe Atrium ansatzfrei zu glätten, war eine Herausforderung“, erinnert sich Sandro Preite.

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