Historisches Holzhaus in Potsdam von innen gedämmt

Filigrane Schnitzereien und dunkle Stämme prägen das Erscheinungsbild der Holzhäuser der historischen russischen Siedlung Alexandrowka in Potsdam. Die im 19. Jahrhundert erbauten Gehöfte gehören zum UNESCO-Welterbe. Die Häuser, zu denen jeweils noch ein Stall und ein Garten gehört, sehen aus wie Blockhäuser, doch bei den Wänden handelt es sich um ausgemauerte Fachwerkkonstruktionen mit vorgesetzten, längshalbierten Holzstämmen. Die Vollziegel haben eine Rohdichte von 1,6 kg/dm3 und lassen nach heutigen Maßstäben energetisch zu wünschen übrig. Vor allem unter dem Dach konnte die kalte Luft von außen fast ungehindert durch die Spalten strömen. Hier entschied sich der Bauherr für eine Einblas-Dämmung. Dazu wurde eine Verschalung mit einer Sparrendicke von 16 cm angebracht und die Hohlräume anschließend mit Cellulose ausgepolstert.

Im Innenbereich waren die alten Ziegelwände mit ihren Unebenheiten und Verwerfungen eine besondere Herausforderung. Hier kam das Holzfaser-Dämmsystem „Udi In Reco“ von UdiDämmsysteme zum Einsatz. Die biegsamen und flexiblen Holzfaserplatten schmiegen sich ans Mauerwerk an und können Unebenheiten von bis zu 2 cm ausgleichen. Durch die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und bei Bedarf wieder abzugeben, regulieren die Holzfasern die Luftfeuchtigkeit im Raum. Daher kamen die Dämmplatten auch im Bad zum Einsatz. Als Untergrund für die Dämmung und als zweite Armierungslage diente der mineralische Armierungsspachtel „UdiMultigrund“. Er verleiht den elastischen Platten die nötige Stabilität, um darauf Fliesen mit entsprechender Verdübelung anzubringen. Denkbar ist auch ein Putzaufbau aus Lehm oder Kalk.   

Der Clou des Dämmsystems ist ein patentierter Stelldübel mit einem Teller am Kopfende. Er bringt die Dämmplatte in die optimale Position. Beim Verschrauben krallen sich Widerhaken in die Holzfasern. Die flexiblen Holzfaserplatten werden unter Aufnahme hoher Zugkräfte regelrecht gegen die Wand gepresst. Damit erübrigen sich der Einsatz von Klebstoff oder eine aufwendige Unterkonstruktion.

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) konnte von 1,10 W/m²K auf 0,36 W/m²K gesenkt werden.

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