Netzwerke: Erfolg trotz Freizeit

Während in den Chefetagen vieler Großkonzerne inzwischen heftig über die Folgen chronischer Überlastung der Manager diskutiert wird und sich auch immer mehr Sportgrößen zu einem „Burn-Out-Syndrom“ bekennen, scheinen Handwerksunternehmer dagegen bislang immun zu sein ...

„Ein gewaltiger Irrtum. Viele arbeiten jahrzehntelang rund um die Uhr und haben kaum Zeit für ein Privatleben“, weiß Josef Berchtold, Geschäftsführer des Handwerker-Netzwerkes Einer.Alles.Sauber. Schuld daran sind nach seiner Erfahrung die in vielen Branchen sinkenden Gewinne, die die meisten Unternehmer durch noch mehr Arbeit auszugleichen versuchen. Der Spaß am Unternehmerdasein bleibt dabei über kurz oder lang auf der Strecke: „Kein Manager würde für das Gehalt eines Handwerksunternehmers zwölf Stunden und mehr am Tag arbeiten“, so Berchtold.

Ein Weg, dem Dilemma aus zunehmendem Wettbewerb und schlechten Preisen dauerhaft zu entkommen, liegt laut Norbert Schlimmer, Kooperationsexperte der Handwerkskammer Düsseldorf, in einer strategischen Neuausrichtung des Betriebs: „Kooperationen sind die richtige Antwort auf die neuen Herausforderungen des Wettbewerbs.“ So kann der Beitritt in ein starkes Netzwerk dabei helfen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Franchise-Chef Josef Berchtold sieht noch weitere Vorteile: „Der offene und konkurrenzlose Erfahrungsaustausch bringt riesige Lerngewinne und Sicherheit.“ So sorgt das auf die Modernisierung von privaten Eigenheimen ausgerichtete System Einer.Alles.Sauber. nicht nur für lukrative Aufträge zu guten Preisen, sondern verhilft den Partnern durch eine effiziente Betriebsorganisation auch zu mehr freier Zeit für die Familie und ihr Hobby. Ein Selbstläufer gegen Stress und schlechte Preise ist die Mitgliedschaft im Einer.Alles.Sauber.-Netzwerk jedoch nicht: „Wer von unseren Instrumenten profitieren will, muss bereit sein, etwas zu verändern“, sagt Berchtold.

Torben Leif Brodersen, Geschäftsführer beim Deutschen Franchiseverband in Berlin, spricht in dem Zusammenhang von einer „neuen Rolle als Unternehmer“: „Dem Partner muss klar sein, dass er stets im Rahmen des Netzwerks agieren muss und den einheitlichen Unternehmensauftritt loyal vertritt.“

 

Lohnt sich das Netzwerk?

Rechnen sich die Mitgliedsgebühren? Bringt die Werbung wirklich neue Kunden? Wozu sollen wir mit den anderen Partnern reden? Nach mehr als zwölf Jahren als Partner bei Einer.Alles.Sauber. kennen die Bauunternehmer Ludwig und Michael Fiedler nahezu alle kritischen Fragen, die der Eintritt in ein professionelles Netzwerk mit sich bringt. Für die von ihnen gemeinsam geführte Reiser Bau GmbH in Dannstadt haben sie dazu eine klare Antwort parat: „Ohne die Zugehörigkeit bei Einer.Alles.Sauber gäbe es die Firma nicht mehr. Wenn wir im Rohbausektor weitergemacht hätten, wären wir dem ruinösen Wettbewerb zum Opfer gefallen.“

Schlechte Preise, die Abhängigkeit von Architekten und der permanente wirtschaftliche Druck – natürlich hatten die Unternehmer längst erkannt, dass sich das Arbeiten im Neubausektor immer weniger lohnte. Zwar gab es auch schon früher ab und an Aufträge von Privatkunden für Modernisierungen, doch das Know-How für eine gezielte Kundenakquise fehlte dem Vier-Mann-Betrieb genauso wie eine systematische Werbestrategie. Mit dem Eintritt bei Einer.Alles.Sauber. kam schließlich beides – und damit auch die Entscheidung, sich ganz aus dem Neubaugeschäft zu verabschieden. „Die Umstellung“, so Ludwig Fiedler, „hat zwei Jahre gedauert, denn auch die Mitarbeiter mussten sich erst auf die besonderen Anforderungen im Privatkundengeschäft einstellen“.

 

„Endlich wieder Spaß als Unternehmer“

Stuckateur Thomas Löven aus Hennef war vor zehn Jahren mit dem typischen Enthusiasmus vieler Jungunternehmer in die Selbständigkeit gegangen. Doch die beim Start vorhandenen Träume und der Spaß am Unternehmerdasein wurden im Laufe der Jahre immer mehr von der Realität überschattet. „Von 7 bis 18 Uhr war ich auf der Baustelle, ging kurz heim zum Essen und danach wieder bis 23 Uhr ins Büro – auch am Samstag“, erinnert sich Löven. Als die Preise im klassischen Ausschreibungsgeschäft immer schlechter wurden und zur zeitlichen Belastung auch noch finanzieller Druck kam, dachte Löven erstmals ans Aufhören: „Ich hatte einfach nicht die Motivation, noch 10 oder 15 Jahre so weiterzuarbeiten. Deshalb musste ich was ändern.“

Gemeinsam mit seiner Frau besuchte er schließlich eine Infoveranstaltung der Leistungsgemeinschaft zur Eigenheimmodernisierung Einer.Alles.Sauber. Was die beiden dort hörten, klang überzeugend. Dennoch haderte Löven zunächst mit der Einstiegsgebühr und den festgelegten Werbeinvestitionen. „Erst habe ich gedacht, dass es früher ja auch funktioniert hat. Doch genau so wollte ich ja nicht weitermachen“, erklärt der Unternehmer seinen Entscheidungsprozess. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ entschied er sich im Februar 2011 zum Eintritt ins System und damit auch für den lukrativen Markt der Modernisierung im Privatkundensektor. War er nach der ersten Werbekampagne noch überrascht, wie viele Kunden sich tatsächlich gemeldet hatten, schlug seine anfängliche Skepsis beim ersten Partnertreffen in echte Begeisterung um. „Die anderen Partner haben mir direkt unter die Arme gegriffen und hatten wirklich Spaß daran, mir als Neuling bei der Bewältigung der Anfangsschwierigkeiten zu helfen.“


 

Autor

Matthias Mester ist Berater im Einer.Alles.Sauber.-Netzwerk (www.eas-system.de).


Ein offener und konkurrenzloser Erfahrungsaustausch bringt Lerngewinne

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