Historische Villa mit Fußbodenheizung
Sanierung einer historischen Villa in Arnsberg mit dünnschichtiger FußbodenheizungIn bester Lage im Arnsberger Zentrum befindet sich die „Neue Villa Cosack“. Die Stadtvilla wurde um 1883 vom Unternehmer Joseph Cosack im Stil der Neorenaissance erbaut. Im Zuge ihrer Sanierung erhielt sie hochwertige Bäder und eine dünnschichtige Fußbodenheizung.
In der jüngeren Vergangenheit hatte sich der Zustand des beeindruckenden Gebäudes zunehmend verschlechtert. Für den jetzigen Eigentümer Selim Balikcioglu ein Unding, wie er betont: „Ich bin als Jugendlicher regelmäßig an der Villa vorbeigekommen und war damals schon total begeistert. Als mich der Denkmalschützer der Stadt informiert hat, dass ausgerechnet dieses Gebäude zum Verkauf steht, war diese Begeisterung sofort wieder da.“
Ein echtes Herzensprojekt also, aber eines, bei dem sich schnell zeigte: Hier ist viel Arbeit notwendig. Als Balikcioglu das Haus zum ersten Mal betrat, bestätigte sich der äußere Eindruck. Die kunstvollen Stuckverzierungen an den Wänden und Decken waren wenig pfleglich behandelt worden, genauso wie die hölzernen Treppen und Türrahmen oder die Böden – weder Eigentümer noch Mieter hatten Wert auf den historischen Charakter gelegt. „Die Wandverzierungen waren zum Teil einfach übermalt oder überklebt, und die Stuckdecken waren teilweise gar nicht mehr zu sehen, weil sie abgehängt waren“, erklärt Balikcioglu.
Sanierung stellt historischen Charme wieder her
Für ihn war klar: Es muss eine komplette Sanierung her, und zwar eine, die den historischen Charme des Gebäudes wieder herausstellt und gleichzeitig modernen, zeitgemäßen Komfort bietet. Dabei stand von vornherein fest, dass alle alten Elemente, bei denen das möglich war, belassen beziehungsweise wiederaufgearbeitet werden. So wurden etwa die alten Türen, die aus dem Baujahr des Hauses stammen, erhalten und aufgearbeitet, und an einigen Stellen der Original-Eichenboden freigelegt und durch passende Böden aus Eichenholz ergänzt. Mit der gesamten im Jahr 2021 gestarteten Sanierung war ein erheblicher Aufwand verbunden, nicht nur wegen der Anforderungen an den Denkmalschutz, sondern beispielsweise auch aufgrund der Corona-Pandemie.
Im runderneuerten Schmuckstück am Brückenplatz befinden sich jetzt drei Ladenlokale, eine Eventfläche und vier Wohnungen. Neben einem bereits seit 15 Jahren ansässigen Imbiss beherbergt das Haus einen kleinen Supermarkt sowie einen Barbershop. Der vielseitig nutzbare Eventbereich zwischen den Ladenlokalen und den Wohnungen ist rund 200 m2 groß und bietet den Arnsbergern ein Highlight: Gemeinsam mit dem Standesamt Arnsberg wird hier ein Trauzimmer für Hochzeiten in einem besonderen Ambiente eingerichtet. Die zwischen 50 und 140 m² großen Wohnungen verbinden den Charme des Altbaus mit modernem Komfort – etwa durch hochwertig ausgestattete Badezimmer und eine effiziente, schnell reagierende Fußbodenheizung.
Klassischer Stil und moderner Heizkomfort
Heizkörper nehmen in Räumen oft nicht nur unnötig Platz ein, sondern sind auch optisch wenig attraktiv. Aus diesem Grund entschloss sich Selim Balikcioglu zum Einbau einer Fußbodenheizung in der gesamten Villa. Kein ganz einfaches Vorhaben bei einem solchen denkmalgeschützten Gebäude, bei dem es auch bauliche Einschränkungen zu beachten galt. So konnten etwa die Holzbalkendecken im Obergeschoss nur mit einem begrenzten Gewicht belastet werden, und auch die Übergänge zwischen den Räumen sowie den unterschiedlichen Bodenbelägen waren teilweise schwierig auszuführen, nicht zuletzt aufgrund der geringen Aufbauhöhe, die zur Verfügung stand.
Unter anderem aus diesen Gründen entschied sich Balikcioglu gemeinsam mit Elvedin Husovic vom Sanitärbetrieb Husovic für die dünnschichtige Fußbodenheizung „Schlüter-Bekotec-Therm“. Husovic, der für die Installation verantwortlich war, beschreibt die Vorteile des Systems speziell für dieses Objekt: „Mit ,Bekotec-therm‘ hatten wir die Möglichkeit, eine Fußbodenheizung mit geringer eigener Aufbauhöhe einzubauen, die zudem mit verschiedenen Bodenbelägen gut und effizient funktioniert.“
Während bei konventionellen Fußbodenheizungen die Estrichüberdeckung bei etwa 45 mm liegt, ist sie bei „Bekotec-Therm“ deutlich geringer, nämlich lediglich bei mindestens 8 mm Überdeckung über der Noppenplatte. Deshalb funktioniert das System mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen in den Heizrohren und nutzt die für das Aufheizen benötigte Energie wesentlich effizienter. Der Wärmeaustausch zwischen den Heizrohren und dem Oberbelag erfolgt hier unmittelbar an der Estrichoberfläche.
Rundum sparsam und komfortabel
Die milde Strahlungswärme wird schnell und gleichmäßig in den Raum abgegeben. Das System ist reaktionsschnell und ermöglicht eine zügige, energiesparende Temperaturabsenkung – als klassische Nachtabsenkung, aber auch während des Tages. Da das System mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet, eignet sich „Bekotec-Therm“ sehr gut für den Betrieb mit regenerativen Energiequellen. In der „Villa Cosack“ ist das eine Hybrid-Luft-Wärmepumpe, die in Kombination mit einer Gas-Brennwertheizung für die Energie sorgt.
Nicht nur beim Betrieb spart diese dünne Schicht Ressourcen – schon beim Einbau wird erheblich weniger Wasser, Sand und Zement benötigt. Das macht das System auch wesentlich leichter als eine Standard-Fußbodenheizung und war hier ein ausschlaggebendes Kriterium, wie Husovic betont: „Entweder es wäre ,Bekotec-Therm‘ eingebaut worden oder gar keine Fußbodenheizung.“ Aufgrund der begrenzt belastbaren Decken wäre ein konventioneller Heizestrich schlicht zu schwer gewesen.
Das Minus an Material führt darüber hinaus zu einer Verkürzung der Bauzeit. Besonders beim Einsatz von Fliesen oder Naturstein als Oberbelag lassen sich mehrere Wochen einsparen, weil mit der zum System gehörenden Verbundentkopplung ein nahezu nahtloser Baufortschritt möglich ist: Sie kann verlegt werden, sobald der Estrich begehbar ist. Anschließend werden auf der „Ditra-Matte“ direkt die Fliesen verlegt. Und auch bei der Kombination mit Eichenparkett sparen Bauherren mit „Bekotec-Therm“ Zeit: Der dünnschichtige Estrich ist schneller eingebracht und erreicht binnen kurzer Zeit die erforderliche Restfeuchte.
Die Installation der Fußbodenheizung mit verschiedenen Belägen hat trotz der unterschiedlichen Anforderungen reibungslos funktioniert, betont Elvedin Husovic: „Ich habe das System schon oft verarbeitet und wusste deshalb, dass es uns den nötigen Gestaltungsspielraum bietet, um die Herausforderungen in diesem Objekt zu meistern.“ Selim Balikcioglu ergänzt: „,Bekotec-Therm‘ bietet allen Beteiligten einen deutlichen Mehrwert – sowohl mir als Bauherrn als auch insbesondere den Mietern. Sie reagiert schnell, bietet komfortable Wärme und verbraucht gleichzeitig dabei nur wenig Energie. Auf diese Weise konnten wir die Idee, das historische Flair mit modernem Wohnkomfort zu kombinieren, perfekt umsetzen.“
Attraktives Wohnen im Ortskern
In den elegant gefliesten Badezimmern ist zum Schutz der Fliesenkanten das hochwertige Abschlussprofil „Schlüter-Quadec“ aus gebürstetem Edelstahl inklusive formschöner Eckteile zum Einsatz gekommen. Mit seiner quaderförmigen Sichtfläche bietet das langlebige Profil eine zeitlose Optik und verhindert Beschädigungen der Fliesenkanten durch mechanische Einwirkungen.
Mit der kompletten Sanierung der „Neuen Villa Cosack“ hat Selim Balikcioglu dem Gebäude nicht nur neues Leben eingehaucht, sondern es nachhaltig wieder zu einem echten Schmuckstück im Arnsberger Zentrum gemacht. Mit „Schlüter-Bekotec-Therm“ war dabei der Einbau einer energieeffizienten und komfortabel steuerbaren Fußbodenheizung möglich, die einen wichtigen Beitrag zum Gelingen dieses ambitionierten Herzensprojekts beigetragen hat.
Autor
Sebastian Ulkan ist Redakteur im Marketing bei der Schlüter-Systems KG in Iserlohn.
