WDVS gestalten, Teil 12: Rillenputz

Im zwölften Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden geht es um Rillenputz – eine Kombination aus plastischer Struktur und zweifarbiger Beschichtung. Der zweite Farbton betont die erhabenen Stellen der Putzstruktur, während aus den Vertiefungen der erste Farbton hervortritt.

Die Kreativtechnik Rillenputz eignet sich besonders für zusammenhängende Fassadenflächen, die gegliedert oder hervorgehoben werden sollen. Das zweifarbige Spiel aus erhabenen Bereichen und Vertiefungen unterstützt die Architektur, beruhigt große Flächen und setzt zugleich prägnante Akzente.

Dabei kann die Gestaltung sowohl auf organischen als auch auf mineralischen Putzbeschichtungen erfolgen. In beiden Fällen greifen jeweils aufeinander abgestimmte Systemkomponenten ineinander. Im organischen Aufbau bildet die „Putzgrundierung 3710“ die Basis. Darauf folgt als Putzbeschichtung „Rausan R K3 3510“, die die charakteristische Rillenputzstruktur ausbildet. Zum Abschluss sorgt zum Beispiel die Reinacrylat-Fassadenfarbe „Evocryl 200“ in verschiedenen Farbtönen für die zweifarbige Beschichtung.

Der mineralische Aufbau kommt ohne Putzgrundierung aus. Hier tragen die Handwerkerinnen und Handwerker „Mineral-Leichtputz R“ in Rillenputzstruktur direkt auf die mineralische Armierung auf und beschichten die Fläche anschließend mit der Fassadenfarbe „Extrasil 1911“ oder „Ultrasil HP 1901“ in zwei Farbtönen.

In vier Schritten zur Rillenputzstruktur

Zur Ausführung zusammenhängender Flächen arbeiten die Handwerkerinnen und Handwerker im Team hintereinander an der Fläche und setzen den jeweiligen Ausführungsschritt für sich um. Damit ein homogenes Gesamtbild entsteht, stimmen sie ihre Ausführungsschritte aufeinander ab. Es empfiehlt sich, im Vorfeld Musterflächen anzulegen.

Schritt 1 – Untergrund und Zwischenanstrich: Der Untergrund muss eben, fest, trocken, sauber und tragfähig sein. Für den Aufbau mit organisch gebundenem Rillenputz „Rausan R“ erfolgt auf der Armierungsschicht in der Regel zuvor ein Zwischenanstrich mit „Putzgrundierung 3710“. Sie sorgt für ein gleichmäßiges Saugverhalten und verbessert die Haftung der nachfolgenden Putzbeschichtung. Beim Aufbau mit „Mineral-Leichtputz R“ in Rillenputzstruktur entfällt diese Grundierung – hier spachtelt man direkt auf die mineralische Armierung.

Schritt 2 – Putzbeschichtung in Rillenputzstruktur herstellen: Die Handwerkerinnen und Handwerker tragen den Putz mit dem „Edelstahlglätter 3792“ in Kornstärke auf und ziehen ihn plan ab. Anschließend bilden sie die Rillenstruktur mit dem „Kunststoffglätter 3791“ oder dem „Polyurethan-Reibebrett 3781“ gleichmäßig aus. Für ein ruhiges Oberflächenbild führen sie die Struktur über die gesamte Fläche einheitlich in einer festgelegten Richtung.

Schritt 3 – Grundfarbton in den Vertiefungen: Nach ausreichender Trocknung der Putzschicht folgt der erste Anstrich voll sättigend mit der jeweiligen Fassadenfarbe. Die tieferliegenden Bereiche der Rillenputzstruktur müssen vollständig beschichtet sein, damit der Farbton dort klar erkennbar ist. Für eine gleichmäßige Farbwirkung empfiehlt sich der Einsatz der „Polyamid-Farbwalze 1314“.

Schritt 4 – Schlussanstrich auf erhabenen Stellen: Ist die erste Schicht ausreichend getrocknet, tragen die Handwerkerinnen und Handwerker die zweite Beschichtung ausschließlich auf die erhabenen Stellen der Putzstruktur in einem zweiten Farbton auf. Hierzu führen sie den Anstrich mit der „Kurzflor-Farbwalze 1217“ gleichmäßig ohne starken Druck aus, so dass die Rillen der Putzstruktur im zuvor gestrichenen Farbton erhalten bleiben und nicht „zugestrichen“ werden. Je nach Farbton können zur gleichmäßigen und vollständig deckenden Ausführung weitere Anstriche erforderlich sein.

In Teil 13 unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns in bauhandwerk 7-8.2026 mit Putz in Schalbetonoptik.

 

Autor

Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.

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