WDVS gestalten, Teil 8: Spritzbetonoptik
Im achten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns mit dem Look von Spritzbeton. Handwerkerinnen und Handwerker erzielen mit Produkten von Brillux in wenigen Schritten eine profilierte Oberfläche mit Tiefenwirkung, die Gebäuden einen urbanen Charakter verleiht.
Die Spritzbeton-Technik überzeugt durch ihr prägnantes Erscheinungsbild und ihre Langlebigkeit. Sie eignet sich besonders für mineralisch armierte Flächen innerhalb der Brillux-WDV-Systeme und wird dort häufig zur Gestaltung geschlossener Teilflächen eingesetzt – etwa als markanter Wandspiegel oder als Kreativband.
Die Technik basiert auf dem „Mineral-Leichtputz G 3679“ in Kombination mit der Silikat-Fassadenfarbe „Extrasil 1911“ und der Lasur „Creativ Versico 82“ und erzeugt die Struktur einer aufgespritzten, rauen Betonfläche. Durch die finale Lasurveredelung erhält die Fassade eine deutliche Tiefenwirkung mit mineralisch-mattem Finish.
In fünf Schritten zur Spritzbetonoptik
Trotz der komplexen Ästhetik hat Brillux die Verarbeitung auf fünf klar definierte Schritte reduziert. Wer diesen systematischen Aufbau beherzigt, erzielt den puristischen Look zuverlässig.
Schritt 1 – Grundspachtelung: Zu Beginn bereiten Handwerkerinnen und Handwerker den Untergrund vor. Dafür tragen sie den „Mineral-Leichtputz G 3679“ auf, durchkämmen den Putz mit der Zahnkelle und glätten ihn anschließend sorgfältig. Dieser Schritt schafft eine ebene und tragfähige Basis.
Schritt 2 – Strukturspachtelung und Modellieren: Nach der Trocknung der Grundspachtelung folgt der entscheidende Schritt zur Ausbildung der besonderen Fassadentexturierung. Mit einer Kelle bringen die Handwerker den „Mineral-Leichtputz G 3679“ erneut auf. Direkt danach modellieren sie die noch nasse Putzschicht mit einer Polyamid-Farbwalze. Eine Führung in unsystematischen, schnellen Zügen bildet die raue Spritzbeton-Struktur aus. Nach einer kurzen Ablüftzeit kommt eine trockene Walze zum Einsatz, um die Strukturspitzen abzurunden.
Schritt 3 – Grundierung: Die vollständig getrocknete und strukturierte Oberfläche erhält nun eine Grundierung mit „Fondosil 1903“ – 1:1 mit Wasser verdünnt. Sie ist essenziell, um die Saugfähigkeit der rauen Struktur zu regulieren und eine gleichmäßige Farbaufnahme in den folgenden Schritten sicherzustellen.
Schritt 4 – deckender Farbanstrich: Der deckende Grundton der Fassade entsteht durch den Anstrich mit der Silikat-Fassadenfarbe „Extrasil 1911“ in einem kühlen Grauton. Besonders wichtig: Das Verarbeiterteam sollte das Material gleichmäßig mit geringer Struktur auftragen. Dafür eignet sich vorzugsweise eine Polyamid-Farbwalze.
Schritt 5 – Lasurauftrag und Veredelung: Nachdem der Farbanstrich getrocknet ist, erfolgt der Lasurauftrag mit „Creativ Versico 82“. Für den gewünschten Tiefeneffekt verteilen Handwerkerinnen und Handwerker die Lasur individuell und ohne erkennbares System mit der Walze oder Streichbürste. Zur besonderen Betonung können sie die ausgeprägte Struktur optional hervorheben, indem sie die noch nasse Lasur nach kurzer Ablüftzeit mit der Kante des „Gummi-Reibebretts 3766“ in wechselndem Rhythmus abziehen.
Im neunten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden beschäftigen wir uns in der nächsten Ausgabe der bauhandwerk 3.2026 mit der Technik Jura, mit der Handwerkerinnen und Handwerker die Ästhetik von Kalkstein an die Fassade bringen.
Autor
Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.
