Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sich eine Behausung zu bauen, ist ein menschliches Urbedürfnis. Zunächst standen dafür nur die regional vorhandenen Naturbaustoffe wie Holz, Stein und Lehm zur Verfügung. Aus letzterem formte man ungebrannte Ziegel und mauerte daraus mit dem ebenfalls aus Lehm bestehenden Mörtel Wände. Die ersten aus Ton gebrannten Ziegel fand man bei Ausgrabungen in Jericho. Dort errichtete man schon vor beinahe 10 000 Jahren die ersten Backsteinmauern. Dafür bedurfte es natürlich auch eines Mörtels. Gips und Kalk werden als Bindemittel für einen solchen Mörtel schon in der Bibel erwähnt. Der griechische Philosoph Theophrast (geboren um 327 vor Christi) berichtete über die Herstellung von Kalkmörtel und über das Brennen von Kalk. Damit war der Weg nicht mehr weit zum Zement der Römer.

In neuerer Zeit löste die Ende des 19. Jahrhunderts erfundene Gipskartonplatte die aus „Hasendraht“ und Gipsputz bestehende Rabitzbauweise ab. Mit steigenden Energiekosten entwickeln sich in jüngster Zeit immer neue Dämmstoffe, sogar Vakuumdämmungen, die man zum Bespiel in WDV-Systeme integrieren kann. Wir stellen in bauhandwerk ab Seite 38 die Verarbeitung eines solchen WDVS an einem mehrgeschossigen Wohnhaus in München vor. Latent die Wärme speichernde Wachse werden vereinzelt bereits in Putzen und Trockenbauplatten erprobt. Für die Entwicklung solcher High-Tech-Baustoffe, bedarf es vollkommen neuer Technologien wie der so genannten Nano-Technologie. Damit ist aber noch lange nicht „das Ende der Fahnenstange“ erreicht. Forscher arbeiten zurzeit an der Inte-gration solcher Technologien in die Baustoffherstellung und an so genannten „selbstheilenden“ Werkstoffen. Auch die Umweltverträglichkeit der Baustoffe spielt eine immer wichtigere Rolle.

Auf der Seite der Hersteller solcher Baustoffe schließen sich stetig mehr Unternehmen zu Gruppen zusammen wie zum Beispiel zur Knauf-, Saint-Gobain- oder Xella-Gruppe. Letztere baute sich jüngst in Duisburg eine neue Hauptverwaltung. Dass man dabei die eigenen Baustoffe der Gruppe verwendet, versteht sich fast schon von selbst, ist gebaute Marken-
identität und ab Seite 12 in diesem Heft zu sehen.

 

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht Ihnen

Dank neuer Technologien entwickeln sich viele Baustoffe zu High-Tech-Werkstoffen

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