Neuer Brandschutz für Thierschbau in München

Der nach dem Architekten Friedrich von Thiersch benannte, 1918 in München fertiggestellte Thierschbau ist heute ein Einzeldenkmal. Der zum Gebäude gehörende Uhrenturm ist das Wahrzeichen der Technischen Universität München. Da das Gebäudeensemble in die Jahre gekommen war, musste es saniert werden. Besonderes Augenmerk lag hier beim Brandschutz. Um ein geeignetes Planungsteam zu finden, schrieb das Bauamt einen Wettbewerb aus, den die Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner aus München gewannen. Ihre Mitarbeiter entwickelten, gemeinsam mit einem Fachplaner, ein Brandschutzkonzept und stimmten dieses mit den Behörden ab. Danach standen sie vor der Aufgabe, Brandschutztüren für das denkmalgeschützte Gebäude zu finden. Auf der Suche nach einem geeigneten Hersteller stießen sie auf die Firma Hoba aus Adelberg. Die Brandschutzspezialisten des Herstellers standen den Architekten beratend zur Seite. Beispielsweise erarbeiteten sie Detailpläne, wie Fenster und Türen an den historischen Bestand angeschlossen werden können. Das offene Vergabeverfahren konnte die Karl Westermann GmbH & Co.KG aus Denkendorf für sich entscheiden. Es übernahm die Projektabwicklung, Terminkoordination und führte ein digitales Aufmaß durch. Nach der Übermittlung der Aufmaßdaten an Hoba fertigte der Hersteller die Brandschutzelemente und liefert sie auf die Baustelle, wo sie von den Karl-Westermann-Mitarbeitern eingebaut wurden. Hierbei handelt es sich um 82 Oberlichter und 17 Türen. Für den Uhrenturm entwarfen die Architekten feuerhemmende Brandschutzfenster und eine Außentür, die der Formensprache und Farbigkeit des Bestands entspricht. Die tannengrün lackierten Außenseiten der Elemente nehmen dabei die grünliche Patina der reichen Kupferverkleidung des Turms auf. Die Elemente im darunterliegenden Teil – das heißt im mit Naturstein verkleideten Bereich – sind weiß lackiert. Dank dieser Farbgebung, den Sprossenfenstern und den Kassettenelementen in der Tür fügen sich die Elemente hervorragend in die Architektur des Bestandsgebäudes ein.

Als weitere Herausforderung erwies sich, dass die historische Bausubstanz immer wieder für Überraschungen gut war. So kam es vor, dass an Stellen Stahlträger zutage gefördert wurden, an denen niemand mit ihnen rechnete. Aufgrund der großen Elementdimensionen waren für die Hoba-Brandschutzeinbauten Zustimmungen im Einzelfall erforderlich. Diese wurden ohne Einschränkungen von der Obersten Baubehörde Bayerns erteilt.

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